Quelle: Deutschlandfunk, Umwelt und Verbraucher | deutschlandfunk.de
📌 Im Überblick
Während Brandenburg unter Wasserknappheit leidet – Grundwasserspiegel sinken kontinuierlich, Seen und Flüsse trocknen aus – will der österreichische Getränkehersteller Red Bull gemeinsam mit dem Abfüller Rauch ausgerechnet in Brandenburg eine Dosenfabrik errichten. Für die Getränkeherstellung wären 2,35 Mio. Kubikmeter Grundwasser pro Jahr nötig – mehr als das Tesla-Werk in Grünheide verbraucht. Etwa 40 Menschen protestierten am 11. Oktober 2026 mit einem Waldspaziergang in Baruth-Mark gegen das Vorhaben. Die Grüne Liga Brandenburg kündigt Klage gegen den neuen Bebauungsplan an.
🎯 Kernbotschaften
Wasserstand sinkt – Fabrik will mehr
• Grundwasserentnahme: 6.500 m³/Tag genehmigt = 2,35 Mio. m³/Jahr
• Vergleich: Mehr als Tesla Grünheide
• Region: Landkreis Teltow-Fläming, halbe Strecke Berlin–Cottbus
Widerspruch Wasserschutz
• 17 Hektar Kiefernwald sollen gerodet werden
• Fabrik im Wasserschutzgebiet geplant – Umweltschützer sehen Chemikalienrisiko
• Wald wird mit Security-Leuten rund um die Uhr bewacht
Genehmigung auf altem Gutachten
• Grundwassergutachten stammt aus 2006 – seitdem hat sich der Klimawandel verschärft
• Kritiker fordern aktuelles Gutachten | Projekt-Koordinator Hofbauer: nicht nötig, da tiefer Grundwasserleiter betroffen
🌍 Klimawandel als Treiber
Hydrogeologe Gunnar Lischait (Leibniz-Zentrum München):
• Seit 40 Jahren Rückgang des Grundwassers in Brandenburg
• Hauptursache: steigende Temperaturen → mehr Verdunstung
• Weniger Wasser erreicht den Grundwasserleiter
💪 Protest & Widerstand
Waldspaziergang Baruth-Mark (11.10.2026)
• ~40 Teilnehmer: Umweltschützer, Anwohner, Politiker
• Motto: „Wassergerechtigkeit jetzt“
• Anmelderin: Petra Liesenfeld (Anwohnerin)
Rechtliche Situation
• OVG Berlin-Brandenburg stoppte ersten Bebauungsplan (Klage Grüne Liga)
• Stadtverordnete stimmten Mitte September 2028 neu zu
• Grüne Liga kündigt erneute Klage an
📣 Fazit & Handlungsaufforderungen
- Aktuelles Grundwassergutachten einfordern – kein 20-Jahre-altes Gutachten
- Transparente Verträge statt Betriebsgeheimnisse
- Wasserschutzgebiete stärker schützen – keine chemieintensiven Industrien
- Lokale Initiativen unterstützen (Grüne Liga, Anwohner)
🔗 Quellen & weiterführende Links
• Deutschlandfunk-Bericht:deutschlandfunk.de/brandenburg-red-bull…
• Grüne Liga Brandenburg: gruene-liga.de
• Projektkoordinator: Björn Hofbauer (Stellungnahme vom 12.10.2026)
Autor: Christoph Richter (Landeskorrespondent Brandenburg)
Deutschlandfunk, 12. Oktober 2026
Zitierhinweis für Pressespiegel:
Richter, C.: Brandenburg: Red Bull statt Trinkwasser. In: Deutschlandfunk, 12.10.2026. Verfügbar unter deutschlandfunk.de
Erstellt am: 15.10.2026 | Formatierung für Pressespiegel-Portal guter-grund.info



