Bürgerrechtsbewegung & Black Farmers - grapes strike

Bürgerrechtsbewegung & Black Farmers in den USA (1960er)

Delano Grape Strike: Aus Trauertrauben wird Wein des Widerstands


Einleitung

1965 begannen in Delano, Kalifornien, Tausende Erntearbeiter:innen – vor allem Filipino-amerikanische und mexikanisch-amerikanische Farmarbeiter:innen – einen historischen Streik gegen Ausbeutung durch Traubenproduzenten. Unter der Führung von Larry Itliong, César Chávez und Dolores Huerta entstand daraus eine fünfjährige Kampagne, die nicht nur Arbeitsbedingungen verbesserte, sondern auch Solidarität über ethnische Grenzen hinweg schuf.

In unserem Video erfährst du die packende Geschichte dieses Kampfes – von prekären Feldern zur nationalen Boykottbewegung – und was sie für aktuelle soziale Bewegungen bedeutet.


Video: Vom Streik zum Sieg

Das Video erzählt die Geschichte des Delano Grape Strikes in unter 60 Sekunden:

  • Die unmenschlichen Bedingungen auf den Traubenfeldern 1965, als Filipino-Farmarbeiter:innen den Streik begannen.zinnedproject+1
  • Die Vereinigung mit der National Farm Workers Association (NFWA) von Chávez und Huerta, trotz Arbeitgeber-Strategien der Spaltung.
  • Fünf Jahre Boykott, Märsche und internationale Solidarität, die 1970 zu ersten Tarifverträgen führten.

Worum ging es in Delano?

Im Delano Grape Strike kämpften Erntearbeiter:innen gegen:

  • Niedrige Löhne (oft unter dem Bundesminimum), fehlende Verträge und keine soziale Absicherung.
  • Gefährliche Pestizide, menschenunwürdige Unterkünfte und ständige Drohungen durch Großbauern.
  • Ethnische Spaltungstaktiken der Arbeitgeber, die Filipino- und mexikanisch-amerikanische Arbeiter:innen gegeneinander ausspielten.

Am 8. September 1965 rief Larry Itliong von der Agricultural Workers Organizing Committee (AWOC) zum Streik auf. Eine Woche später schlossen sich Chávez‘ NFWA an – daraus entstand die United Farm Workers (UFW).


Strategien und Erfolge

Die Streikenden verlagerten den Kampf gezielt in die Öffentlichkeit:

  • Landesweiter Boykott: Konsument:innen boykottierten Tafeltrauben, was massive Umsatzeinbußen für Produzenten verursachte.
  • Solidarität aus aller Welt: Kirchen, Studierende, Gewerkschaften und Bürgerrechtsgruppen unterstützten die Huelga.
  • Märsche und Aktionen: Der 300-Meilen-Marsch nach Sacramento 1966 und Chávez‘ 25-tägiger Hungerstreik 1968 zogen nationale Aufmerksamkeit auf sich.

1970 unterzeichneten große Traubenfarmen Tarifverträge: höhere Löhne, Pestizidschutz, medizinische Versorgung und das Recht auf Gewerkschaften.


Warum hat das funktioniert?

Der Erfolg beruhte auf drei Säulen:

1) Solidarität über Ethnien hinweg
Filipino- und mexikanisch-amerikanische Arbeiter:innen überwanden Spaltungstaktiken und kämpften gemeinsam – ein Modell für heutige Bewegungen.

2) Strategische Vielfalt
Neben Streiks kamen Boykotte, Märsche und mediale Aktionen zum Einsatz: Jede Traube wurde politisch.

3) Vernetzung mit breiten Bewegungen
Die UFW knüpfte an Bürgerrechtskämpfe der 1960er an, gewann Unterstützung von Studierenden, Kirchen und internationalen Netzwerken.


Was wir daraus lernen können

Der Delano Grape Strike zeigt:

  • Konsument:innenboykotte können Konzerne wirtschaftlich treffen und Arbeiterrechte durchsetzen.
  • Solidarität über kulturelle Grenzen schafft Stärke gegen Spaltungstaktiken.
  • Strategische Vielfalt – von Streiks bis medialen Aktionen – macht Bewegungen unstoppbar.

Nutze unser Video, um über aktuelle Kämpfe um faire Löhne, Arbeitsrechte und Ernährungsgerechtigkeit zu diskutieren. Was ist das wichtigste Learning aus Delano für heute?

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