Kernbotschaft
Deutschlands Hauptstadt schöpft derzeit bis zu 70 % ihres Trinkwassers aus der Spree – doch ab 2030 droht der Fluss auszutrocknen. Experten warnen vor dem ersten großen Verteilungskampf um Wasser in Deutschland.
Hauptursachen der Krise
| Faktor | Auswirkung |
|---|---|
| Klimawandel | Längere Trockenphasen, höhere Verdunstung, Grundwasserspiegel sinken seit 2000 um Volumen des Bodensees |
| Braunkohleausstieg | In der Lausitz wird Sümpfungswasser künftig für neue Seen benötigt statt für die Spree – bis zu 70 % weniger Wasser möglich |
| Bevölkerungswachstum | Berlin wächst auf prognostizierte 4,2 Mio. Einwohner bis 2050 |
| Industrieverbrauch | Tesla-Grünheide (1,5 Mio. m³/Jahr), KI-Rechenzentren, Halbleiterfabriken |
Betroffene Regionen
- Spreequelle (Ebersbach-Neugersdorf): Beginn des 400 km langen Flusses
- Lausitz: Tagebau Welzow-Süd schließt 2030, 6 Mrd. m³ Wasser für Seen benötigt
- Spreewald: Ohne Sümpfungswasser droht „Spreewüste“ statt Wald
- Berlin: Wasserwerk Jungfernheide soll reaktiviert werden (300 Mio. € Investition)
Konflikte & Widerstände
- Elbe-Spree-Überleitung: 3.000–5.000 Liter/Sekunde aus Elbe gepumpt werden sollen – abgelehnt von Sachsen und Umweltschützern
- Tesla-Kontroverse: Werk steht zu 2/3 im Wasserschutzgebiet, Bürgerinitiativen kritisieren Wasserverbrauch
- Politik: Gemeinsame Wasserstrategie Berlin-Brandenburg (2025 angekündigt) liegt bis heute nicht vor
Geplante Lösungsansätze
- Reaktivierung alter Wasserwerke (Jungfernheide, Johannisthal)
- Vierte Reinigungsstufe an Kläranlagen für Aufbereitung von Abwasser
- Mehr Versickerungsflächen für Regenwasser
- Grundwasseranreicherung durch Uferfiltration
- Wassersparmaßnahmen in Bevölkerung und Industrie
Kritik von Umweltorganisationen
Die Arbeitsgemeinschaft „Wasserwerk Berlin“ bezeichnet die Pläne als „politische Bankrotterklärung“ und „nicht nachhaltig“. Es würden Symptome bekämpft statt das Problem grundlegend zu lösen.
Quelle: Uwe Ritzer, Süddeutsche Zeitung, 22. Mai 2026
Link: https://www.sueddeutsche.de/
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